
Die Blütephase von Cannabis dauert bei photoperiodischen Sorten je nach Genetik 7 bis 11 Wochen ab der Umstellung auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit. Indica-dominante Sorten sind oft nach 7–8 Wochen fertig, Sativas brauchen 9–11 Wochen. Autoflowering-Sorten beginnen von selbst etwa in der 3.–4. Lebenswoche zu blühen und sind rund 9 Wochen nach der Aussaat erntereif.
In diesem Leitfaden gehen wir die Blüte Woche für Woche durch: was du an der Pflanze siehst, welches Klima sie braucht, was in jeder Phase zu tun ist und welche Fehler am häufigsten passieren. Dazu: Licht in der Blüte, ein eigener Kalender für Autoflowers und die Blütezeiten unserer Sorten.
Blüte einleiten: 12/12 und Vorblüte
Photoperiodische Pflanzen blühen, wenn die Nächte lang genug werden. Indoor stellst du dafür die Beleuchtung von 18/6 (Wachstum) auf 12/12 um – 12 Stunden Licht, 12 Stunden völlige Dunkelheit. Dieser Tag ist „Tag 1“ der Blüte. Draußen übernimmt das die Sonne: In Deutschland beginnen die meisten Sorten ab Ende Juli bis Anfang August zu blühen, wenn die Tage spürbar kürzer werden.
Schon 1–2 Wochen nach der Umstellung, manchmal auch davor, zeigt sich die Vorblüte: In den Blattachseln entstehen kleine Kelche mit zwei weißen Härchen (Stempeln). Daran erkennst du eine weibliche Pflanze. Bilden sich stattdessen kleine Kugeln ohne Härchen, ist es ein Männchen – wie du die Unterschiede sicher erkennst, zeigt unser Ratgeber Männliche Hanfpflanze erkennen. Mit feminisierten Samen sparst du dir dieses Aussortieren.

Cannabis Blütephase Woche für Woche: die Übersicht
Die Wochen beziehen sich auf eine Sorte mit rund 8–9 Wochen Blüte. Schnelle Indicas sind eine Woche früher dran, Sativas eine bis zwei Wochen später.
| Woche | Was du siehst | Klima | To-do | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|---|
| 1–3 · Stretch | Pflanze wächst um das 1,5- bis 2-Fache, erste weiße Stempel an den Triebspitzen | 22–26 °C, 50–60 % rLF | letzte Trainingsmaßnahmen (LST), untere Triebe ausdünnen, Lampe nachjustieren | zu wenig Platz nach oben eingeplant |
| 4–5 · Budbildung | Stempel bündeln sich zu Buds, Geruch wird deutlich | 22–26 °C, 45–55 % rLF | Aktivkohlefilter, Luftbewegung, auf Blütedünger umstellen | Geruch unterschätzt, schlechte Belüftung |
| 6–7 · Fettphase | Buds werden dick und schwer, Trichome dicht, erste Stempel färben sich | 20–25 °C, 40–50 % rLF | Luftfeuchtigkeit senken, Äste stützen, Buds auf Schimmel prüfen | zu hohe Luftfeuchtigkeit → Budrot |
| 8–10 · Reife | Großteil der Stempel orange-braun, Trichome milchig bis bernsteinfarben, Blätter vergilben | 20–24 °C, 40–45 % rLF | Trichome mit der Lupe prüfen, letzte 1–2 Wochen nur noch Wasser | zu früh ernten |

Woche 1–3: Stretch und erste Stempel
In den ersten Wochen nach der Umstellung schießt die Pflanze in die Höhe. Indicas werden etwa 1,5-mal so groß, Sativas können ihre Höhe verdoppeln oder verdreifachen. Gleichzeitig erscheinen an den Triebspitzen die ersten weißen Stempel.
- Platz einplanen: Stelle vor 12/12 sicher, dass nach oben genug Raum bleibt – die Lampe muss mitwandern können.
- Letzte Chance für Training: Triebe sanft herunterbinden (LST) geht jetzt noch. Starkes Beschneiden solltest du ab Woche 2 vermeiden, es stresst die Pflanze.
- Ausdünnen: Kleine Triebe im unteren Drittel bekommen kaum Licht. Wer sie entfernt, lenkt die Energie in die oberen Buds.

Woche 4–5: Die Buds bilden sich
Das Längenwachstum ist jetzt weitgehend abgeschlossen. Die Pflanze steckt ihre Energie in die Blüten: Aus den Stempelbüscheln werden erkennbare Buds, und der Geruch nimmt deutlich zu.
- Geruch kontrollieren: Spätestens jetzt gehört ein Aktivkohlefilter in die Abluft.
- Belüftung: Ein Umluftventilator hält die Luft zwischen den Buds in Bewegung und beugt Schimmel vor.
- Nährstoffe: Die Pflanze braucht jetzt weniger Stickstoff und mehr Phosphor und Kalium. Wechsle schrittweise auf Blütedünger und halte dich an die Herstellerangaben.
Woche 6–7: Die Fettphase
In der „Fettphase“ legen die Buds am stärksten an Gewicht zu. Die Trichome werden dichter, die Blüten glänzen, und die ersten Stempel färben sich orange. Jetzt entscheidet sich, wie viel Ertrag und Qualität du am Ende erntest.
- Luftfeuchtigkeit senken: 40–50 % rLF. Dichte Buds halten Feuchtigkeit – das ist die Hauptursache für Schimmel. Wie du ihn früh erkennst, zeigt unser Ratgeber Schimmel an Cannabis erkennen.
- Äste stützen: Schwere Buds können Triebe abknicken. Netz, Stäbe oder Bindedraht helfen.
- Nicht mehr umtopfen, nicht mehr beschneiden: Jeder Stress kostet jetzt Ertrag.

Woche 8–10: Reife und Erntezeitpunkt
In den letzten Wochen wird die Pflanze reif. Die meisten Stempel sind orange bis braun und haben sich zurückgezogen, ältere Blätter vergilben, weil die Pflanze ihre Reserven aufbraucht. Das ist normal.
- Trichome prüfen: Mit Lupe oder Handymikroskop. Klare Trichome bedeuten „noch zu früh“, milchige den Höhepunkt der Potenz, bernsteinfarbene eine schwerere, körperlichere Wirkung.
- Spülen: Viele Grower geben in den letzten 1–2 Wochen nur noch Wasser, damit die Pflanze Nährstoffreste abbaut.
- Nicht zu früh ernten: Die letzte Woche bringt noch spürbar Gewicht.
Alles zum richtigen Moment und zur Ernte selbst steht in unserem Ratgeber Cannabis ernten: wann ist es erntereif? – und danach geht es mit dem Trocknen weiter.
Licht in der Blütephase
- 12/12 konsequent: Die 12 Stunden Dunkelheit müssen wirklich dunkel sein. Lichtlecks durch Ritzen, Kontrollleuchten oder geöffnete Zelte können die Pflanze stressen und zu Zwittern führen.
- Spektrum: Moderne Vollspektrum-LEDs decken Wachstum und Blüte ab. Manche Lampen haben einen eigenen Blütemodus mit mehr Rotanteil.
- Abstand: Halte dich an die Angaben des Lampenherstellers. Zu nah führt zu ausgebleichten, gelben Spitzen („Lichtstress“), zu weit zu lockeren, luftigen Buds.
- Outdoor: Je mehr direkte Sonne, desto dichter die Blüten. Ein sonniger Standort mit Regenschutz ist in Deutschland die halbe Ernte.
Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Dünger in der Blüte
| Phase | Temperatur (Licht an) | Luftfeuchtigkeit | Nährstoff-Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Frühe Blüte (Woche 1–3) | 22–26 °C | 50–60 % | Übergang: noch etwas Stickstoff, mehr Phosphor |
| Mittlere Blüte (Woche 4–7) | 22–26 °C | 40–50 % | Phosphor und Kalium, wenig Stickstoff |
| Späte Blüte (Woche 8–10) | 20–24 °C | 40–45 % | Dünger reduzieren, zuletzt nur Wasser |
Nachts sollte es nicht mehr als etwa 5–8 °C kühler werden als tagsüber. Kühlere Nächte in der späten Blüte können bei manchen Sorten violette Färbungen hervorbringen. Halte dich bei der Düngermenge immer an die Herstellerangaben und dosiere lieber etwas weniger – Überdüngung ist einer der häufigsten Fehler. Einen kompletten Düngeplan von der Keimung bis zur Ernte und eine Übersicht der Mangelerscheinungen findest du in unserem Ratgeber Cannabis richtig düngen.
Autoflowering: Blüte nach eigenem Kalender
Autoflowering-Sorten brauchen keine Umstellung auf 12/12. Sie blühen nach ihrer inneren Uhr, und du zählst die Wochen ab der Keimung. Indoor laufen sie meist unter 18/6 oder 20/4 durch.
| Woche ab Keimung | Phase | Worauf achten |
|---|---|---|
| 1–3 | Keimling und kurzes Wachstum | nicht umtopfen – am besten direkt in den Endtopf säen |
| 3–4 | Vorblüte | nur sanftes Training, kein Topping mehr |
| 4–6 | Stretch und Budbildung | Licht nachführen, auf Blütedünger umstellen, eher halbe Dosis |
| 6–8 | Fettphase | Luftfeuchtigkeit senken, Buds kontrollieren |
| 8–10 | Reife und Ernte | Trichome prüfen, zuletzt nur Wasser |
Unsere Northern Lights Auto und Auto Tutankhamon sind unter LED rund 63 Tage nach der Aussaat erntereif. Mehr zum Prinzip erklärt unser Ratgeber Autoflowering Samen erklärt.
Blütezeiten unserer Sorten
| Sorte | Typ | Blüte indoor (LED) | Ernte outdoor (Mitteleuropa) |
|---|---|---|---|
| Galaxy Fast | Fast, 70 % Indica | 45 Tage | früh, schnell blühend |
| Anesthesia | 90 % Indica | 48 Tage | 1.–2. Septemberwoche |
| Northern Lights | 90 % Indica | 48 Tage | 1. Septemberwoche |
| Anubis | 70 % Indica | 48 Tage | 1.–2. Septemberwoche |
| Tutankhamon | 60 % Sativa | 53 Tage | 2.–4. Septemberwoche |
| Amnesia Gold | 75 % Sativa | 58–68 Tage | 2.–3. Oktoberwoche |
Für den Outdoor-Anbau in Deutschland sind Sorten mit Ernte Anfang bis Mitte September am sichersten – sie sind fertig, bevor Herbstregen und Kälte kommen. Noch schneller sind unsere schnell blühenden Samen; wie Fast-Versionen funktionieren, steht in Fast Version Samen erklärt.
Häufige Probleme in der Blüte
| Problem | Woran du es erkennst | Was hilft |
|---|---|---|
| Lichtstress | ausgebleichte, gelbliche Spitzen direkt unter der Lampe | Lampe höher hängen oder dimmen |
| Hitze | Blätter rollen sich ein, Buds werden locker und „fuchsschwanzartig“ | Abluft verstärken, Lampe weiter weg, Temperatur unter 28 °C halten |
| Schimmel (Budrot) | braune, welke Blättchen in der Bud, grauer Flaum innen | befallene Teile großzügig entfernen, Luftfeuchtigkeit senken |
| Nährstoffmangel | Blätter vergilben schon in der Blütemitte stark | Dünger und pH-Wert prüfen – gegen Ende ist leichtes Vergilben normal |
| Zwitter | kleine „Bananen“ (Staubbeutel) zwischen den Blüten | Lichtlecks schließen, Stress vermeiden, Staubbeutel entfernen |
FAQ: Cannabis Blütephase
Wie lange dauert die Blütephase bei Cannabis?
Bei photoperiodischen Sorten 7 bis 11 Wochen ab der Umstellung auf 12/12. Indica-dominante Sorten wie Northern Lights sind unter LED nach rund 48 Tagen fertig, Sativas wie Amnesia Gold brauchen 58–68 Tage. Autoflowers sind etwa 9 Wochen nach der Aussaat erntereif.
Wann schwellen die Buds an?
Die meiste Masse legen die Buds in der Fettphase zu, also etwa in Blütewoche 6 und 7. Davor bilden sie sich ab Woche 4 aus den Stempelbüscheln, danach reifen sie nur noch aus.
Wie erkenne ich die Blütephase?
An den ersten weißen Stempeln in den Blattachseln und an den Triebspitzen, meist 1–2 Wochen nach der Umstellung auf 12/12. Gleichzeitig streckt sich die Pflanze deutlich. Bei Autoflowers passiert das von selbst in der 3.–4. Lebenswoche.
Was passiert, wenn man Hanf zu lange blühen lässt?
Die Trichome werden zunehmend bernsteinfarben, die Wirkung wird schwerer und müder, und THC baut sich langsam ab. Außerdem steigt das Risiko für Schimmel. Wenige Tage später zu ernten schadet meist nicht, mehrere Wochen schon.
Welches Licht braucht Cannabis in der Blütephase?
12 Stunden Licht und 12 Stunden völlige Dunkelheit. Vollspektrum-LEDs eignen sich gut, viele haben einen Blütemodus mit mehr Rotanteil. Wichtig ist, dass in der Dunkelphase kein Licht eindringt – Lichtlecks können zu Zwittern führen.
Welche Temperatur ist in der Blüte ideal?
Bei Licht etwa 22–26 °C, in der späten Blüte 20–24 °C. Die Luftfeuchtigkeit sinkt von 50–60 % zu Beginn auf 40–45 % am Ende, damit sich in den dichten Buds kein Schimmel bildet.
Kurze Blüte für den deutschen Sommer
Je kürzer die Blüte, desto sicherer die Ernte – drinnen wie draußen. Unsere schnell blühenden Sorten und Autoflowers sind dafür gezüchtet, mit Keimgarantie und diskretem Versand nach Deutschland und Österreich.
Fast-Versionen unserer Sorten mit 43–53 Tagen Blüte unter LED – ideal für kurze Sommer und schnelle Durchgänge.




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