Fast Version bezeichnet feminisierte Cannabissamen, die gezielt auf eine kürzere Blütezeit gezüchtet wurden. Sie blühen sieben bis acht Wochen statt der üblichen neun bis zehn — bleiben dabei aber photoperiodische Pflanzen und damit ausdrücklich kein Autoflower.
Wo Fast Version im Verhältnis zu den anderen Samenarten steht, zeigt unser Guide zu den Arten von Cannabissamen.
Was Fast Version bedeutet
Ein Zuchtziel, keine eigene Pflanzenkategorie.
Der Zusatz Fast Version hinter einem Sortennamen sagt aus, dass es sich um eine schneller blühende Variante einer bestehenden Sorte handelt. Die Genetik der Ausgangssorte bleibt weitgehend erhalten: Wuchsform, Aroma und Wirkstoffprofil entsprechen im Wesentlichen dem Original, nur die Blütephase ist um ein bis zwei Wochen kürzer.
Auf den gesamten Zyklus gerechnet ist der Unterschied größer, als er zunächst klingt. Bei einer Vegiphase von vier Wochen bedeutet eine um zwei Wochen kürzere Blüte rund 15 Prozent weniger Gesamtzeit — und im Freiland kann derselbe Zeitraum darüber entscheiden, ob du vor den ersten Herbstregen erntest.
Fast Version ist photoperiodisch, nicht autoflowering
Das ist die häufigste Verwechslung — und sie hat unmittelbare Folgen für den Anbauplan.
Eine Fast-Version-Pflanze blüht nicht von selbst. Sie bleibt in der Vegiphase, bis du im Zelt auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit umstellst oder bis im Freiland die Tage kurz genug werden. Erst dann startet die Blüte — und läuft dann eben schneller ab als bei der Standardversion.
Eine autoflowering Pflanze dagegen blüht nach Alter, unabhängig vom Licht. Wer eine Fast-Version-Sorte kauft und wie einen Autoflower behandelt, also dauerhaft 18 bis 20 Stunden Licht gibt, wartet vergeblich auf die Blüte: Die Pflanze wächst einfach weiter, bis sie ans Zeltdach stößt.
- Fast Version: braucht 12/12 — liefert dafür Kontrolle über Größe und Blühbeginn
- Autoflowering: braucht keinen Lichtplan — dafür ist der Zeitpunkt nicht steuerbar
- Gemeinsam: beide verkürzen die Zeit bis zur Ernte, aber über völlig verschiedene Wege
Ausführlich stellen wir die beiden Prinzipien im Artikel autoflowering vs. photoperiodisch gegenüber.
Wie Fast-Version-Sorten gezüchtet werden
Über eine Einkreuzung mit autoflowering Genetik — die anschließend wieder herausselektiert wird.
Der übliche Weg beginnt damit, eine bewährte photoperiodische Sorte mit einer autoflowering Linie zu kreuzen. Die erste Generation trägt Anteile beider Elternteile: schnellere Reife von der einen Seite, Ertrag und Aroma von der anderen. Die Autoflowering-Eigenschaft selbst ist dabei aber unerwünscht, weil sie die Kontrolle über die Vegiphase kosten würde.
In den folgenden Generationen wird deshalb gezielt gegen diese Eigenschaft selektiert: Weiterverwendet werden nur Pflanzen, die weiterhin auf den Lichtplan reagieren, aber schneller ausreifen als das Original. Nach mehreren Generationen bleibt eine stabile Linie übrig, die photoperiodisch geblieben ist und trotzdem ein bis zwei Wochen früher fertig wird.
Dass dieser Prozess Zeit kostet, erklärt auch, warum es Fast Version nicht von jeder Sorte gibt — nur von Genetiken, bei denen sich der Zuchtaufwand lohnt.
Fast Version und Autoflowering im direkten Vergleich
Beide sind schnell. Sie sind aber für unterschiedliche Situationen gemacht.
| Merkmal | Fast Version | Autoflowering |
|---|---|---|
| Lichtplan | 12/12 erforderlich | nicht erforderlich |
| Vegiphase | frei wählbar | fest, etwa 3 bis 4 Wochen |
| Blütezeit | 7 bis 8 Wochen | im Zyklus enthalten |
| Gesamtzeit ab Keimung | etwa 12 bis 14 Wochen | 9 bis 11 Wochen |
| Endgröße | steuerbar, meist größer | kompakt |
| Ertrag je Pflanze | höher | geringer |
| Stecklinge möglich | ja | nein |
Kurz gefasst: Autoflower ist schneller, Fast Version ergiebiger. Wer den Lichtplan ohnehin steuert, verliert mit Fast Version nichts und gewinnt Ertrag; wer keinen getrennten Vegi-Bereich hat, fährt mit Autoflower einfacher.
Fast Version im Anbau: was du anders machst
Fast nichts — und genau das ist der Punkt.
Eine Fast-Version-Pflanze wird wie jede andere photoperiodische Sorte behandelt. Du bestimmst die Länge der Vegiphase, kannst toppen, trainieren und beliebig umtopfen. Der einzige Unterschied liegt am Ende: Nach der Umstellung auf 12/12 läuft die Blüte schneller ab, sodass du früher mit der Kontrolle der Trichome beginnen solltest.
- Ab Woche fünf der Blüte kontrollieren. Bei einer Standardsorte beginnt man üblicherweise in Woche sieben. Bei Fast Version ist das bereits zu spät, um den optimalen Punkt zu treffen.
- Die Spülphase vorziehen. Wer mit mineralischen Nährstoffen arbeitet, plant die letzten Gaben entsprechend ein bis zwei Wochen früher ein.
- Vegiphase realistisch planen. Weil die Blüte kürzer ist, fällt eine zu kurze Vegiphase stärker ins Gewicht — die Pflanze hat weniger Zeit, die angelegte Struktur mit Blüten zu füllen.
- Im Freiland früher ansetzen. Der Blühbeginn richtet sich weiterhin nach der Tageslänge; gewonnen werden die Wochen am Ende, nicht am Anfang.
Was Fast Version nicht ist
Drei Erwartungen, die der Begriff nicht erfüllt.
Kein Autoflower. Ohne Umstellung auf 12/12 blüht die Pflanze nicht. Wer sie dauerhaft unter langem Lichttag hält, bekommt keine Blüte, sondern eine Pflanze, die ans Zeltdach wächst.
Keine schwächere Version der Ausgangssorte. Die kürzere Blütezeit kommt aus gezielter Selektion, nicht aus einer Verdünnung der Genetik. Aroma und Wirkstoffprofil bleiben weitgehend erhalten; der Ertrag liegt je nach Sorte leicht unter dem Original, weil schlicht weniger Blühzeit zur Verfügung steht.
Keine Abkürzung für schlechte Bedingungen. Zu wenig Licht, kühle Nächte oder Wurzelstress verlängern die Reife auch bei einer Fast-Version-Sorte. Die genannten sieben bis acht Wochen gelten unter guten Bedingungen — die Bedingungen selbst bleiben der größere Hebel als die Sortenwahl.
Wann Fast-Version-Samen die richtige Wahl sind
Vor allem dann, wenn das Wetter oder der Kalender die Blütezeit begrenzen.
Im Freiland mit kurzem Herbst. In Mitteleuropa fallen die letzten Blütewochen häufig mit feuchtem, kühlem Wetter zusammen. Ein bis zwei Wochen früher zu ernten senkt das Schimmelrisiko an dichten Blüten spürbar.
Bei mehreren Durchgängen im Jahr. Wer im Zelt vier statt drei Zyklen unterbringen will, ohne auf steuerbare Pflanzengröße zu verzichten, gewinnt mit Fast Version genau die nötigen Wochen.
Wenn der Ertrag pro Pflanze zählt. Anders als Autoflower lassen sich Fast-Version-Pflanzen toppen, trainieren und beliebig lange vegetativ halten. Der Ertrag liegt deshalb in der Regel über dem einer vergleichbar schnellen Autoflower.
Welche Sorten insgesamt am schnellsten fertig werden — autoflowering wie photoperiodisch — vergleichen wir im Artikel über die schnellsten Cannabis-Sorten.
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FAQ: Fast Version Cannabissamen
Was sind Fast Version Samen?
Fast Version Samen sind feminisierte, photoperiodische Cannabissamen, die auf eine kürzere Blütezeit gezüchtet wurden. Statt der üblichen neun bis zehn Wochen blühen sie sieben bis acht Wochen. Wuchsform, Aroma und Wirkstoffprofil entsprechen weitgehend der Ausgangssorte — verkürzt wird ausschließlich die Blütephase.
Sind Fast Version Samen dasselbe wie autoflowering Samen?
Nein, und das ist der wichtigste Unterschied. Fast-Version-Pflanzen blühen erst, wenn du auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit umstellst. Autoflower blühen nach Alter, ganz ohne Lichtumstellung. Wer eine Fast-Version-Sorte dauerhaft unter 18 bis 20 Stunden Licht stellt, bekommt keine Blüte, sondern eine immer größere Pflanze.
Wie lange brauchen Fast Version Samen bis zur Ernte?
Von der Keimung bis zur Ernte typischerweise 12 bis 14 Wochen, abhängig davon, wie lange du die Vegiphase laufen lässt. Die Blütephase selbst dauert sieben bis acht Wochen. Da du den Umschaltzeitpunkt frei bestimmst, ist die Gesamtdauer planbar und lässt sich an dein Zeitfenster anpassen.
Wie werden Fast Version Sorten gezüchtet?
Eine bewährte photoperiodische Sorte wird mit einer autoflowering Linie gekreuzt, um die schnellere Reife einzubringen. In den folgenden Generationen wird die Autoflowering-Eigenschaft selbst wieder herausselektiert — weiterverwendet werden nur Pflanzen, die auf den Lichtplan reagieren und trotzdem früher ausreifen. Das Ergebnis ist eine stabile, schneller blühende Photoperiode-Linie.
Für wen lohnen sich Fast Version Samen?
Vor allem für den Anbau im Freiland in Regionen mit kurzem oder feuchtem Herbst, weil ein bis zwei Wochen früher ernten das Schimmelrisiko an dichten Blüten senkt. Im Innenraum lohnen sie sich, wenn du mehr Durchgänge pro Jahr unterbringen willst, ohne auf steuerbare Pflanzengröße und den höheren Ertrag photoperiodischer Pflanzen zu verzichten.

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