
Cannabis richtig düngen heißt: wenig, regelmäßig und passend zur Phase. In vorgedüngter Erde braucht die Pflanze in den ersten 2–4 Wochen keinen Dünger. Danach bekommt sie im Wachstum einen stickstoffbetonten Dünger, in der Blüte mehr Phosphor und Kalium – meist bei jedem zweiten oder dritten Gießen, zunächst mit halber Dosis. Der pH-Wert des Gießwassers sollte in Erde zwischen 6,0 und 7,0 liegen, und in den letzten 1–2 Wochen vor der Ernte gibt es nur noch Wasser.
In diesem Leitfaden erklären wir, welche Nährstoffe Cannabis braucht, welche Erde sich eignet, wie ein Düngeplan nach Phase aussieht, wie du Mangelerscheinungen und Überdüngung erkennst und was Hausmittel wie Kaffeesatz wirklich bringen. Ohne Markenempfehlungen – die Grundregeln gelten für jeden Dünger.
Welche Nährstoffe braucht Cannabis?
Auf jeder Düngerflasche steht ein NPK-Wert, zum Beispiel 4-2-6. Die Zahlen geben den Anteil an Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) an – den drei Hauptnährstoffen. Dazu kommen Sekundärnährstoffe, die Cannabis in kleineren Mengen braucht, und Spurenelemente.
| Nährstoff | Wofür die Pflanze ihn braucht | Wann besonders wichtig |
|---|---|---|
| Stickstoff (N) | Blattmasse, Triebe, grüne Farbe | Wachstumsphase |
| Phosphor (P) | Wurzeln, Blütenbildung, Energiehaushalt | Keimling und Blüte |
| Kalium (K) | Wasserhaushalt, feste Blüten, Widerstandskraft | Blüte |
| Calcium (Ca) | Zellwände, stabile Triebe | ganze Saison, vor allem unter LED |
| Magnesium (Mg) | Blattgrün (Chlorophyll), Photosynthese | ganze Saison, vor allem in der Blüte |
| Spurenelemente (Fe, Zn, Mn …) | Enzyme, Stoffwechsel | in guter Erde meist ausreichend vorhanden |
Die Faustregel: Im Wachstum liegt der Schwerpunkt auf Stickstoff (etwa 2:1:1), in der Blüte auf Phosphor und Kalium (etwa 1:2:2 bis 1:2:3). Deshalb gibt es Wachstums- und Blütedünger als getrennte Produkte.
Welche Erde für Cannabis?
Die Erde ist der Nährstoffspeicher deiner Pflanze. Für Cannabis eignen sich zwei Typen:
- Leicht vorgedüngte Erde (Light-Mix): wenig Nährstoffe, ideal für Keimlinge und für alle, die selbst steuern wollen. Gedüngt wird früher, dafür ist das Risiko der Überdüngung gering. Gut für Autoflowers.
- Stark vorgedüngte Erde (All-Mix): reicht für die ersten 3–5 Wochen. Für zarte Keimlinge zu „scharf“ – besser erst ab der Umtopfung verwenden.
Mische der Erde 20–30 % Perlit unter. Die weißen, leichten Körnchen lockern die Erde auf, sorgen für Luft an den Wurzeln und lassen überschüssiges Wasser schneller abfließen. Das beugt Staunässe und Wurzelfäule vor.

Normale Blumenerde aus dem Baumarkt funktioniert im Notfall, enthält aber oft Langzeitdünger in unbekannter Menge oder ist sehr torfig und verdichtet schnell. Wer sie nimmt, sollte Perlit untermischen und die ersten Wochen nicht zusätzlich düngen. Für den Garten gilt: Pflanzloch großzügig ausheben (mindestens 50 × 50 cm) und die Gartenerde mit reifem Kompost und Perlit oder Sand mischen.
Zur Topfgröße: Photoperiodische Sorten indoor kommen meist mit 11–20 Litern aus, Autoflowers mit 7–15 Litern. In größeren Töpfen hält die Erde länger Nährstoffe vor, und du musst seltener düngen.
Ab wann und wie oft Cannabis düngen?
- Keimling (Woche 1–2): kein Dünger. Der Keimling lebt von den Reserven im Samen und den Keimblättern.
- In vorgedüngter Erde: erst düngen, wenn die Erde erschöpft ist – meist nach 2–4 Wochen. Das erste Zeichen: Die unteren Blätter werden heller.
- In Light-Mix: ab Woche 2–3 mit etwa einem Viertel der Herstellerdosis beginnen und langsam steigern.
- Wie oft: Bei jedem zweiten oder dritten Gießen mit Dünger, dazwischen nur Wasser. So sammeln sich keine Salze in der Erde an.
- Wann aufhören: In den letzten 1–2 Wochen vor der Ernte nur noch Wasser geben.
Gieße erst, wenn die oberen 2–3 cm der Erde trocken sind und der Topf spürbar leichter ist. Cannabis verträgt kurze Trockenheit besser als dauernasse Erde.
Cannabis Düngeplan nach Phase
Der folgende Plan gilt für Erde und eine photoperiodische Sorte mit rund 8–9 Wochen Blüte. Die EC-Werte (elektrische Leitfähigkeit der Nährlösung) sind Richtwerte für alle, die messen – ohne Messgerät hältst du dich an die Dosisangaben.
| Phase | Dünger | Dosis | EC (Richtwert) | pH Gießwasser |
|---|---|---|---|---|
| Keimling, Woche 1–2 | keiner | – | nur Wasser | 6,0–6,5 |
| Frühes Wachstum, Woche 3–4 | Wachstumsdünger (N-betont) | ¼–½ der Herstellerangabe | 0,6–1,0 mS/cm | 6,0–6,8 |
| Wachstum, ab Woche 5 | Wachstumsdünger | ½–¾ | 1,0–1,4 mS/cm | 6,0–6,8 |
| Frühe Blüte, Woche 1–3 nach 12/12 | Übergang: Wachstums- und Blütedünger gemischt | ¾ | 1,2–1,6 mS/cm | 6,2–6,8 |
| Hauptblüte, Woche 4–7 | Blütedünger (P und K betont) | ¾–volle Dosis | 1,4–1,8 mS/cm | 6,2–6,8 |
| Späte Blüte, letzte 1–2 Wochen | kein Dünger | – | nur Wasser | 6,2–6,8 |

Wichtig: Die volle Herstellerdosis ist eine Obergrenze, kein Ziel. Viele Grower kommen mit der Hälfte bis drei Vierteln aus – die Pflanze zeigt dir, ob sie mehr braucht. Was in den einzelnen Blütewochen an der Pflanze passiert, beschreibt unser Leitfaden Cannabis Blütephase Woche für Woche.
Autoflowers düngen
Autoflowering-Sorten sind kleiner und leben kürzer, deshalb brauchen sie deutlich weniger Dünger. Die wichtigsten Regeln:
- Direkt in den Endtopf mit leichter Erde säen – Umtopfen kostet Autoflowers Zeit, die sie nicht haben.
- Höchstens die Hälfte der Herstellerdosis verwenden.
- Ab etwa Woche 3–4, wenn die ersten Stempel erscheinen, auf Blütedünger umstellen.
- Die letzte Woche vor der Ernte nur Wasser geben.
Mehr zum Prinzip der selbstblühenden Sorten erklärt unser Ratgeber Autoflowering Samen erklärt.
pH-Wert und Nährstoffsperre
Ein falscher pH-Wert ist die häufigste Ursache für scheinbaren Nährstoffmangel. Liegt er außerhalb des passenden Bereichs, kann die Wurzel bestimmte Nährstoffe nicht mehr aufnehmen, obwohl sie in der Erde vorhanden sind – man spricht von einer Nährstoffsperre (Lockout). Wer dann noch mehr düngt, macht es schlimmer.
- Erde: pH 6,0–7,0, ideal 6,2–6,8.
- Kokos und Hydro: pH 5,5–6,5.
- Messen: Erst den Dünger ins Wasser geben, dann den pH-Wert messen und gegebenenfalls anpassen – Dünger verändert den pH.
- Leitungswasser: In vielen Regionen Deutschlands ist das Wasser hart und kalkhaltig, der pH liegt dann oft bei 7,5 oder höher. Abgestandenes Wasser oder ein pH-Senker helfen.
Die Regel bei jedem Mangel: Erst den pH-Wert prüfen, dann über mehr Dünger nachdenken.
Cannabis Mangelerscheinungen erkennen
Wo ein Symptom zuerst auftritt, verrät viel. Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium sind in der Pflanze mobil: Bei Mangel holt sie sich diese Nährstoffe aus den alten Blättern, deshalb zeigen sich die Symptome unten. Calcium und Eisen sind nicht mobil – ihr Mangel zeigt sich an jungen und mittleren Blättern.

| Mangel | Wo zuerst | Woran du es erkennst | Was hilft |
|---|---|---|---|
| Stickstoff (N) | alte, untere Blätter | Blätter werden gleichmäßig hellgrün bis gelb und fallen ab | Wachstumsdünger geben; in der späten Blüte ist leichtes Vergilben normal |
| Phosphor (P) | alte Blätter | dunkelgrüne Blätter mit bronze- bis braunen Flecken, rötlich-violette Blattstiele | pH prüfen (P wird bei zu niedrigem oder hohem pH gesperrt), Blütedünger, Temperatur nicht unter 15 °C |
| Kalium (K) | alte bis mittlere Blätter | gelbe bis braune, „verbrannt“ wirkende Blattränder und Spitzen, Mitte bleibt grün | Blütedünger mit genug Kalium, Salze ausspülen |
| Calcium (Ca) | junge und mittlere Blätter | kleine rostbraune Flecken, verkrümmte junge Blätter | Calcium-Magnesium-Zusatz, vor allem bei weichem Wasser und Kokos |
| Magnesium (Mg) | untere bis mittlere Blätter | gelb zwischen den Blattadern, die Adern selbst bleiben grün | Magnesium-Zusatz (z. B. Bittersalz in kleiner Dosis), pH prüfen |
| Eisen (Fe) | neue Triebspitzen | junge Blätter blassgelb, Adern grün | fast immer ein pH-Problem – pH senken |
Verwechslungsgefahr: Gelbe Blätter können auch von zu viel Gießwasser, Kälte oder Lichtstress kommen. Braune Flecken, die sich weich und faulig anfühlen, deuten eher auf Schimmel hin – wie du ihn erkennst, zeigt unser Ratgeber Schimmel an Cannabis erkennen.
Überdüngung erkennen und beheben
Zu viel Dünger schadet schneller als zu wenig. Typische Anzeichen einer Überdüngung:
- Nährstoffbrand: Die Blattspitzen werden gelb, dann braun und trocken.
- Krallenform: Die Blätter sind sehr dunkelgrün, glänzen und biegen sich an den Spitzen nach unten – ein klassisches Zeichen für zu viel Stickstoff.
- Weiße Krusten auf der Erde oder am Topfrand: angesammelte Düngersalze.
- Die Pflanze lässt trotz feuchter Erde die Blätter hängen.

So behebst du eine Überdüngung:
- Spülen: Gieße langsam mit klarem, pH-angepasstem Wasser – etwa die zwei- bis dreifache Menge des Topfvolumens –, bis unten reichlich Wasser abläuft. So werden überschüssige Salze ausgewaschen.
- Pause: Danach die Erde gut abtrocknen lassen und 1–2 Wochen nicht düngen.
- Neu starten: Mit halber Dosis weitermachen. Verbrannte Blattspitzen erholen sich nicht, entscheidend ist, dass neue Blätter gesund nachwachsen.
Organisch oder mineralisch düngen?
| Organischer Dünger | Mineralischer Dünger | |
|---|---|---|
| Wirkung | langsam, über Bodenleben | schnell, direkt verfügbar |
| Risiko Überdüngung | gering | höher, genaue Dosierung nötig |
| Geeignet für | Erde, Outdoor, Einsteiger | Kokos, Hydro, erfahrene Grower |
| Korrektur bei Mangel | dauert einige Tage | wirkt innerhalb weniger Tage |
Für den ersten Grow in Erde ist organischer Dünger die verzeihendere Wahl. Wichtig ist nur: nicht beide Systeme wild mischen und immer bei einer Linie bleiben.
Hausmittel: Kaffeesatz, Eierschalen, Asche, Brennnessel
| Hausmittel | Was es bringt | Worauf achten |
|---|---|---|
| Kaffeesatz | etwas Stickstoff, verbessert die Bodenstruktur | nur getrocknet und sparsam, höchstens 1–2 Esslöffel pro Topf; senkt leicht den pH |
| Eierschalen | Calcium | wirken erst nach Monaten – fein gemahlen in die Erde mischen, nicht als schnelle Hilfe |
| Holzasche | Kalium | stark basisch, hebt den pH – nur in Spuren und nur, wenn der pH eher niedrig ist |
| Brennnesseljauche | Stickstoff, Spurenelemente | stark verdünnt (etwa 1:10), nur im Wachstum; riecht intensiv |
| Reifer Kompost | breites Nährstoffspektrum, Bodenleben | ideal zum Vorbereiten der Erde, vor allem outdoor |
Hausmittel ergänzen einen Dünger, ersetzen ihn in der Blüte aber selten. Die Nährstoffmengen sind gering und schwer zu dosieren.
Outdoor in Deutschland düngen
- Erde vorbereiten: Im Frühjahr reifen Kompost einarbeiten. Gute Gartenerde trägt eine Pflanze damit oft bis zum Sommer.
- Regen: Starker Regen wäscht Nährstoffe aus, besonders in Kübeln. Nach nassen Wochen auf helle untere Blätter achten.
- Blüte: Draußen beginnt sie ab Ende Juli bis Anfang August – dann auf Blütedünger umstellen.
- Letzte Düngung: Bei Ernte Mitte bis Ende September endet die Düngung Anfang September.
Die häufigsten Fehler beim Düngen
- Zu früh düngen: Keimlinge brauchen keinen Dünger.
- Zu viel düngen: Die volle Herstellerdosis ist eine Obergrenze.
- pH ignorieren: Mangel trotz Dünger ist meist eine Nährstoffsperre.
- Bei jedem Gießen düngen: Salze sammeln sich an – dazwischen klares Wasser geben.
- Zu spät aufhören: In den letzten 1–2 Wochen nur noch Wasser. Wann die Pflanze wirklich reif ist, erklärt unser Ratgeber Cannabis ernten: wann ist es erntereif?
FAQ: Cannabis düngen
Ab wann sollte man Cannabis düngen?
Keimlinge brauchen in den ersten 1–2 Wochen keinen Dünger. In vorgedüngter Erde reicht der Vorrat meist 2–4 Wochen, in leichter Erde beginnst du ab Woche 2–3 mit etwa einem Viertel der Herstellerdosis. Das erste Zeichen für Düngerbedarf sind hellere untere Blätter.
Wie oft muss man Cannabis düngen?
In Erde bei jedem zweiten oder dritten Gießen, dazwischen nur klares Wasser. So sammeln sich keine Düngersalze an. In Kokos oder Hydro wird häufiger, dafür schwächer gedüngt.
Welcher Dünger ist für Cannabis geeignet?
Im Wachstum ein stickstoffbetonter Dünger (etwa NPK 2:1:1), in der Blüte ein Dünger mit mehr Phosphor und Kalium (etwa 1:2:2). Für Einsteiger in Erde sind organische Dünger die verzeihendere Wahl. Beginne immer mit der Hälfte der Herstellerdosis.
Kann man Cannabis mit Kaffeesatz düngen?
Getrockneter Kaffeesatz liefert etwas Stickstoff und lockert die Erde, ersetzt aber keinen Dünger. Höchstens 1–2 Esslöffel pro Topf untermischen, denn er senkt leicht den pH-Wert. In der Blüte bringt er kaum etwas.
Was tun bei Überdüngung?
Die Erde mit der zwei- bis dreifachen Menge des Topfvolumens an klarem, pH-angepasstem Wasser spülen, gut abtrocknen lassen und 1–2 Wochen nicht düngen. Danach mit halber Dosis weitermachen. Verbrannte Blattspitzen erholen sich nicht, neue Blätter sollten aber gesund nachwachsen.
Wann hört man auf, Cannabis zu düngen?
In den letzten 1–2 Wochen vor der Ernte gibt es nur noch Wasser. Bei Autoflowers reicht meist die letzte Woche. Outdoor in Deutschland endet die Düngung für eine Ernte Mitte bis Ende September etwa Anfang September.
Sorten, die Anbaufehler verzeihen
Gerade beim ersten Grow geht beim Düngen nicht alles glatt. Robuste Sorten verzeihen einen falschen pH-Wert oder eine Dosis zu viel deutlich besser. Alle Samen kommen direkt vom Züchter, mit Keimgarantie und diskretem Versand nach Deutschland und Österreich.
Robuste, pflegeleichte Sorten für den ersten Grow – indoor und outdoor.




Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste.