Ekzeme – auch bekannt als atopische Dermatitis – betreffen weltweit Millionen von Menschen. Kortison ist die Standardtherapie, aber die Langzeitanwendung bringt Risiken mit sich. Erste klinische Daten deuten darauf hin, dass CBD und CBG bei Ekzem eine nicht-steroidale Ergänzung sein könnten – vorsichtig einzuordnen, aber vielversprechend.
Was ist Ekzem und warum reicht Kortison oft nicht aus?
Atopische Dermatitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit trockener, juckender und geröteter Haut.
Ekzem betrifft in Deutschland etwa 3–5 % der Erwachsenen und bis zu 15 % der Kinder. Die Standardtherapie mit Kortisoncremes ist effektiv, hat aber bei Langzeitanwendung bekannte Nebenwirkungen: Hautverdünnung, lokale Immunsuppression und Rebound-Effekte beim Absetzen. Viele Patient:innen suchen deshalb nach nicht-steroidalen Alternativen – und genau hier kommt CBD bei Ekzem ins Spiel.
Die Studie: CBD- und CBG-Salbe bei atopischer Dermatitis
Ein polnisches Forscherteam untersuchte, wie sich eine Salbe mit 30 % CBD und 5 % CBG auf messbare Hautparameter bei atopischer Dermatitis auswirkt.
Studienaufbau: Neun Erwachsene mit atopischer Dermatitis – fünf Männer und vier Frauen im Alter von 20 bis 67 Jahren – trugen acht Wochen lang eine Salbe mit 30 % CBD (Cannabidiol) und 5 % CBG (Cannabigerol) auf, ergänzt durch Cannabis-sativa-Öl in einer Cholesterol-Salbengrundlage. Gemessen wurden biophysikalische Parameter der Haut: Feuchtigkeitsgehalt, transepidermaler Wasserverlust (TEWL), Sebum, Rötung (Erythem) und Melanin.
Ergebnisse nach acht Wochen:
- Verbesserte Hautfeuchtigkeit – nach vier Wochen lag sie allerdings noch auf Ausgangsniveau
- Geringerer transepidermaler Wasserverlust, also Hinweise auf eine stabilere Hautbarriere
- Weniger Rötung im Bereich der behandelten Areale
- Laut Studienautoren eine Rückbildung der Hautläsionen
Wie belastbar ist das? Die Untersuchung ist klein und hatte keine Kontrollgruppe – sie ist damit ein Pilotversuch, keine Wirksamkeitsstudie. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass die Messungen im Mai und Juni stattfanden, also in einer Phase, in der atopische Dermatitis häufig ohnehin abklingt, und dass die Ergebnisse in Zeiten mit Symptomverschlechterung überprüft werden müssten. Einzelne Teilnehmende brachen die Anwendung wegen der fettigen Konsistenz der Salbe ab.
Veröffentlicht wurde die Arbeit von Burczyk und Kolleg:innen 2025 im Fachjournal Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology: Evaluation of Biophysical Parameters of the Skin of Patients With Atopic Dermatitis After Application of an Ointment Containing 30% Cannabidiol and 5% Cannabigerol.
Wie könnten CBD und CBG bei Ekzem wirken?
Beide Cannabinoide wirken über das Endocannabinoid-System – ein Rezeptornetzwerk, das auch in der Haut vorkommt.
CBD (Cannabidiol) wird für entzündungshemmende und beruhigende Eigenschaften diskutiert. Es interagiert mit CB1- und CB2-Rezeptoren in der Haut, die an der Regulierung von Entzündungsreaktionen und der Immunantwort beteiligt sind.
CBG (Cannabigerol) ist deutlich weniger erforscht, zeigt in Laborarbeiten aber wachsendes Potenzial in der Dermatologie: Es hemmt bestimmte Entzündungsmediatoren und wirkt antibakteriell – relevant bei Ekzem, wo Hautbarriere und Bakterienbesiedlung eine Rolle spielen.
Dass beide Cannabinoide gemeinsam stärker wirken als einzeln, wird über den Entourage-Effekt erklärt, der auch bei CBD-reichen Cannabissorten wie Northern Lights CBD beschrieben wird. Belegt ist dieser Zusammenhang für die Haut bisher nicht – er ist eine plausible Hypothese, keine gesicherte Erkenntnis.
Bedeutung für Kosmetik, Medizin und Cannabis-Forschung
Die Arbeit ist Teil einer wachsenden Forschungsbasis zu nicht-psychoaktiven Cannabinoiden in der Dermatologie.
Mit fortschreitender Legalisierung und wachsender Forschung werden die therapeutischen Möglichkeiten von CBD und CBG genauer untersucht. In der Hautpflege sind Cannabis-Inhaltsstoffe längst ein Markttrend – Studien wie diese liefern erste messbare Anhaltspunkte dafür, ob der Trend eine wissenschaftliche Grundlage hat. Langfristig könnten solche Erkenntnisse den Weg für nicht-steroidale, cannabisbasierte Ansätze bei chronisch-entzündlichen Hautkrankheiten ebnen – nicht nur bei Ekzem, sondern auch bei Psoriasis oder Rosazea.
Wichtig: Dafür braucht es größere, kontrollierte Folgestudien. Aus einer Pilotuntersuchung mit neun Teilnehmenden lässt sich keine Therapieempfehlung ableiten.
CBD bei Ekzem – was du wissen solltest
Für Menschen, die nach Alternativen zu synthetischen Cremes suchen, ist diese Forschungsrichtung interessant. Eine gut verträgliche, pflanzliche Pflege könnte besonders für Patient:innen relevant sein, bei denen herkömmliche Therapien schlecht vertragen werden – ein Ersatz für eine ärztlich verordnete Behandlung ist sie nach heutigem Stand nicht.
Hinweis: Diese Informationen dienen ausschließlich zu Bildungszwecken und ersetzen keine medizinische Beratung. Bei Ekzem oder anderen Hauterkrankungen wende dich bitte an einen Dermatologen.
Häufige Fragen zu CBD bei Ekzem
Hilft CBD bei Ekzem?
Eine kleine Pilotstudie aus Polen zeigt, dass eine Salbe mit 30 % CBD und 5 % CBG nach acht Wochen messbare Verbesserungen bei Hautfeuchtigkeit, Barrierefunktion und Rötung brachte. Die Untersuchung umfasste allerdings nur neun Personen und hatte keine Kontrollgruppe – belastbare Aussagen zur Wirksamkeit sind daraus noch nicht ableitbar.
Was ist der Unterschied zwischen CBD und CBG bei Ekzem?
CBD wird für entzündungshemmende und beruhigende Effekte über CB1- und CB2-Rezeptoren in der Haut diskutiert. CBG hemmt zusätzlich bestimmte Entzündungsmediatoren und wirkt antibakteriell. Dass beide gemeinsam stärker wirken als einzeln, erklärt man über den Entourage-Effekt – für die Haut ist das bislang eine Hypothese.
Ist CBD-Salbe sicher bei Ekzem?
In der zitierten Untersuchung wurden keine unerwünschten Hautreaktionen berichtet, einzelne Teilnehmende brachen die Anwendung jedoch wegen der fettigen Konsistenz ab. Kortisoncremes können bei Langzeitanwendung Hautverdünnung verursachen – ein direkter Vergleich der Sicherheit beider Ansätze wurde in dieser Studie aber nicht durchgeführt. Bei Hauterkrankungen gilt immer: vorher ärztlich abklären.
Kann man CBD-Samen für topische Anwendungen anbauen?
CBD-reiche Cannabissorten wie Northern Lights CBD enthalten neben CBD auch CBG und ein vollständiges Terpen-Profil. Seit April 2024 ist der Eigenanbau in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Fertige Kosmetikprodukte lassen sich daraus nicht ohne Weiteres herstellen – die Studienformulierung war ein standardisiertes Extrakt in einer Salbengrundlage.

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